WISSENSWERTES / ERNÄHRUNG & HAUTGESUNDHEIT
Kollagen.
Was steckt wirklich dahinter?
Kollagenpulver im Kaffee. Kollagendrinks für die Haut. Kapseln für die Gelenke.
Überall wird Kollagen angepriesen. Mal für weniger Falten, mal für straffere Haut, mal für beweglichere Gelenke.
Aber was ist da eigentlich drin? Und macht es einen Unterschied, welches Kollagen du nimmst?
Kollagen ist nicht gleich Kollagen. Ein Blick aufs Etikett lohnt sich.

Kollagen. Was ist das eigentlich?
Stell dir Kollagen wie ein stabiles Gerüst vor, das deinem Gewebe Halt gibt.
Es ist das häufigste Protein in unserem Körper und steckt unter anderem in der Haut, den Knochen, Sehnen, Bändern und Knorpeln.
In der Haut sorgt es mit anderen Bestandteilen dafür, dass das Gewebe stabil und belastbar bleibt.
Unser Körper stellt Kollagen selbst her. Dafür braucht er bestimmte Aminosäuren und unter anderem Vitamin C.
Mit zunehmendem Alter verändert sich die Kollagenstruktur. Auch die körpereigene Produktion nimmt ab. Sonnenstrahlung und Rauchen können diesen Prozess zusätzlich beschleunigen.
Kein Wunder also, dass Kollagen in der Hautpflege und bei Nahrungsergänzungsmitteln ein grosses Thema geworden ist.
Typ I, II oder III – was ist der Unterschied?
Kollagen ist nicht gleich Kollagen. Unser Körper kennt verschiedene Typen, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
Typ I: Kommt besonders häufig in Haut, Knochen und Sehnen vor. Er ist wichtig für die Festigkeit des Gewebes.
Typ II: Findest du vor allem im Knorpel. Dort trägt er dazu bei, dass das Gewebe Druckbelastungen standhalten kann.
Typ III: Kommt unter anderem in der Haut und in Blutgefässen vor. Er arbeitet häufig mit Typ I zusammen.
Und dann liest du auf Verpackungen noch Begriffe wie „marines Kollagen“, „Rinderkollagen“ oder „Kollagenpeptide“.
Marin bedeutet zunächst nur, dass das Kollagen aus Fisch stammt. Rinderkollagen wird aus Rindergewebe gewonnen.
Kollagenpeptide wiederum sind Kollagen, das bereits in kleinere Stücke aufgespalten wurde. Das nennt man hydrolysiertes Kollagen.
Wichtig zu wissen: Dein Körper baut aufgenommenes Kollagen bei der Verdauung weiter ab. Es landet also nicht einfach direkt als fertiges Kollagen in deiner Haut.
Kollagen.
Auch das Drumherum zählt.
8 Gramm Kollagen auf dem Etikett. Klingt erst einmal gut. Aber was steckt sonst noch drin? Vitamin C, Hyaluronsäure oder weitere Inhaltsstoffe? Entscheidend ist, die gesamte Rezeptur zu verstehen und nicht nur die grösste Zahl auf der Verpackung.
Hyaluronsäure, Glycin und Vitamin C. Warum sind sie interessant?
Kollagen ist ein Baustein unseres Bindegewebes. Aber unser Körper braucht mehr als nur ein einzelnes Protein.
Hyaluronsäure – der Wasserspeicher
Hyaluronsäure kommt natürlicherweise in unserer Haut und in den Gelenken vor. Sie kann grosse Mengen Wasser binden und spielt deshalb eine wichtige Rolle für den Feuchtigkeitshaushalt des Gewebes.
Vielleicht kennst du Hyaluronsäure aus deiner Gesichtscreme. Sie wird aber auch als Nahrungsergänzung angeboten. Erste Studien zeigen interessante Ergebnisse zur Hautfeuchtigkeit. Wie gross und zuverlässig der Nutzen durch die Einnahme ist, wird weiterhin untersucht.
Glycin – ein Baustein des Kollagens
Glycin ist eine Aminosäure und macht ungefähr jede dritte Aminosäure in der Kollagenstruktur aus.
Unser Körper kann Glycin selbst herstellen. Wir nehmen es ausserdem über eiweisshaltige Lebensmittel auf.
Zusätzliches Glycin in einem Produkt liefert weitere Aminosäurebausteine. Ob diese Zugabe gegenüber Kollagen allein einen messbaren Vorteil bietet, ist allerdings nicht ausreichend belegt.
Vitamin C – wichtig für die körpereigene Kollagenbildung
Hier ist die wissenschaftliche Grundlage besonders klar: Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei.
Ohne ausreichend Vitamin C kann der Körper Kollagen nicht richtig aufbauen.
Deshalb ist Vitamin C bei der Beurteilung einer Kollagenrezeptur besonders interessant.
Und was sagt die Forschung zu Kollagen zum Einnehmen?
Kollagen einfach trinken und die Falten verschwinden?
So einfach ist es leider nicht.
Einige Studien mit Kollagenpeptiden berichten über Verbesserungen bei Hautfeuchtigkeit oder Elastizität.
Andere Untersuchungen zeigen deutlich weniger überzeugende Ergebnisse. Besonders bei hochwertigen, unabhängig finanzierten Studien ist ein klarer Nutzen bislang nicht ausreichend nachgewiesen.
Das bedeutet nicht, dass Kollagenpräparate grundsätzlich wirkungslos sind.
Es bedeutet aber, dass wir zwischen ersten vielversprechenden Ergebnissen und tatsächlich gesicherten Wirkungen unterscheiden müssen.
Und noch etwas: Mehr Kollagen auf dem Etikett bedeutet nicht automatisch mehr Wirkung.
Auch die untersuchte Kollagenform, die Dosierung, die Einnahmedauer und die Qualität der Studien spielen eine Rolle.
Mein Fazit
Kollagen ist ein wichtiger Bestandteil unseres Körpers. Und wer sich mit Kollagenprodukten beschäftigt, merkt schnell: Die Unterschiede stecken im Detail.
Typ I, II oder III? Fisch oder Rind? Hydrolysiert oder nicht? Und was ist ausser Kollagen eigentlich noch enthalten?
Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich. Aber auch eine lange Liste mit interessanten Inhaltsstoffen bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt besser wirkt.
Entscheidend ist, was tatsächlich drinsteckt, wie es dosiert ist und was die Forschung dazu sagt.
Denn zwischen einem guten Produkt und einem guten Werbeversprechen kann ein ziemlich grosser Unterschied liegen.
Kollagen ist nicht gleich Kollagen. Teurer heisst nicht automatisch besser.

DEIN NÄCHSTER SCHRITT
Die Mischung macht’s.
Ich selbst nutze ein Kollagenprodukt, bei dem für mich die Mischung stimmt. Neben Kollagenpeptiden stecken auch Hyaluronsäure, Glycin, Vitamin C sowie Prä- und Postbiotika drin. Spannende Kombination
Wenn du wissen möchtest, welches Produkt ich verwende und was genau drinsteckt, kannst du es dir hier anschauen.
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